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Anaphylaktischer Schock

1) Definition

Ein anaphylaktischer Schock ist die schwerste Form einer Überempfindlichkeitsreaktion des Immunsystems auf eine bestimmte allergene Substanz.
Diese Schocksituation kann akut lebensbedrohlich sein.

 

2) Auslöser

Zu den häufigsten Auslösern eines anaphylaktischen Schocks gehören Medikamente u.a. Penicillin, Insulin, jodhaltige Kontrastmittel und Acetylsalicylsäure.

Darüber hinaus können auch noch andere Allergene zu dieser Reaktion führen:

  • Insektengiftallergene: Bienengift, Wespengift, Hornissengift

  • Inhalationsallergene: Pollen, Hausstaub, Schimmelpilze, Tierhaare, u.a.

  • Nahrungsmittelallergene: Eier, Meeresfrüchte, Nüsse

 

3) Immunreaktion

Die Sofortreaktion, welche zum anaphylaktischen Schock führt, findet ihren Urprung in einer Antigen-Antikörper-Reaktion. In den Körper eingedrungene Antigene werden bei erstem Kontakt als Fremdstoffe erkannt und daraufhin werden Antikörper gebildet. Dieser Vorgang wird auch als Sensibilisierung bezeichnet.

Dringt erneut ein Antigen ein, werden die gebildeten Antikörper sofort freigesetzt. Durch die folgende Antigen-Antikörper-Reaktion werden Mediatoren freigesetzt
(z.B. Histamin, Serotonin, Bradykinin, Prostaglandin), welche die typische Reaktion hervorrufen.

 

4) Einteilung und Symptome

Die allergische Reaktion manifestiert sich innerhalb von Sekunden bis 20 Minuten (selten auch noch nach Stunden) nach Allergenkontakt.

Man kann den anaphylaktischen Schock in zwei Schweregrade unterteilen:

4.1) Schweregrad I

In diesem Zustand findet sich noch keine akute Lebensbedrohung, die allergische Reaktion beschränkt sich zumeist auf die Haut, was sich in Erythemen und Ödemen (Quaddeln) äußert.

4.2) Schweregrad II

Dieser Zustand zeigt den lebensbedrohlichen anaphylaktischen Schock, welcher ohne sofortige Therapie tödlich enden kann.

Zu Beginn zeigen sich kurz dauernde Alarmsymptome, wie Jucken, Brennen, sowie Hitzegefühl im Rachen und an den Extremitäten. Fast gleichzeitig können Schluckbeschwerden, vermehrte Absonderung von Speichel (Hypersekretion), ein ödematöse Schwellung des Rachenraums (Pharyngsödem) und/oder eine Verkrampfung der Atmungsmuskulatur (Bronchospasmus) auftreten. Letzteres kann zu einer akuten Störung der Atmung, die zu einer Unfähigkeit der Lunge Sauerstoff aus der Luft aufzunehmen (respiratorische Insuffizienz)und damit zur Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff (Zyanose) führen.

In der Folge tritt akut ein Kreislaufschock ein, ausgelöst durch eine massive Gefäßerweiterung (Vasodilatation). Der Puls ist kaum tastbar, niederfrequent und der Blutdruck sinkt auf extrem niedrige Werte. Kompensatorisch kommt es zu Herzrasen (Tachykardie), die den Versuch des Körpers darstellt, den Blutdruck zu erhöhen. Allerdings verlieren die Kapillaren durch die erhöhte Gefäßdurchläßigkeit Flüssigkeit ins Zwischengewebe (Interstitium), woraus dann ein hypovolämischer Schock resultiert.

 

5) Sofortmaßnahmen

Da der anaphylaktische Schock lebensbedrohlichist, ist eine sofortige Therapie unerläßlich. Der Patient sollte in Schocklage gebracht werden und primär eine Volumenersatztherapie erhalten, um das stagnierende Blutvolumen wieder in Umlauf zu bringen (wie beim hypovolämischen Schock).

Darüber hinaus sollte versucht werden, das Allergen zu entfernen.

Die medikamentöse Behandlung erfolgt insbesondere mit i.m. oder wenn möglich i.v. appliziertem Adrenalin.

In manchen Fällen ist eine Intubation ebenfalls in Betracht zu ziehen.